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Wichtig

Kommt jetzt endlich/hoffentlich der Dialog von der Verwaltung/Politik?

Vereine fühlen sich abgehängt
Die Schöninger Sport AG wirft der Stadt fehlende Kommunikation und Transparenz vor.

Von Markus Brich

Schöningen. Harsche Kritik üben die Schöninger Sportvereine an der Form der Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. In einem Schreiben an Bürgermeister Henry Bäsecke machen sie ihrem großen Unmut mit deutlichen Worten Luft: "Mangelnde Wertschätzung, keine Transparenz, fehlende Kommunikation und kein existierendes Zukunftskonzept prägen die Zusammenarbeit der letzten Jahre zwischen Stadt, Politik und Sportvereinen", lauten die Vorwürfe in einem Schreiben der Schöninger Sport AG, das deren Vorsitzender Marc Spörl im Namen von elf unterzeichnenden Vereinen an den Chef der Stadtverwaltung geschickt hat.

"Viele Informationen, die unmittelbar den Spiel- und Trainingsbetrieb, die Finanzen oder die grundsätzlichen Abläufe der Sportvereine betreffen, erfahren wir nur aus der Zeitung", klagt Spörl und nennt als Beispiele die Kürzung der Übungsleiterzuschüsse von 2 auf 1 Euro, die Beratungen über mögliche Mietkosten für Herzoginnensaal und Dorfgemeinschaftshaus oder eine mögliche Kostenbeteiligung für die Nutzung der städtischen Holzbuden. Auch an der Diskussion über mögliche Sportstättensanierungen oder den Rückbau von Sportplätzen fühlen sich die Vereine nicht angemessen beteiligt.

"Mehrere Versuche von Schöninger Sportvereinen, den Dialog mit der Verwaltung aufzunehmen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wurden seitens der Stadtverwaltung ignoriert", wirft die Schöninger Sport AG der Stadtverwaltung vor.

Schöningens Bürgermeister Henry Bäsecke zeigt sich überrascht von der Vehemenz der Vorwürfe, die am Freitagmorgen auf seinem Schreibtisch landeten. "Den Vorwurf, wir würden den Dialog mit den Vereinen ignorieren, kann ich nicht nachvollziehen", sagt er und verweist auf persönliche Gespräche mit den Vorsitzenden des TC Schöningen, des SV Esbeck, des FC 08, der DLRG und des SV Treue, die er im vergangenen Jahr geführt habe sowie auf eine Begehung des Elm-Stadions mit Vertretern aller Vereine. Zudem habe er seit Sommer 2017 mit Maik Albrecht eigens einen Mitarbeiter seiner Stabsstelle als Vertreter der Stadt in die Schöninger Sport AG entsandt. Auch seien einige Vereinsvorsitzende zugleich Ratsherren, zählt er bestehende Schnittstellen zwischen Verwaltung, Politik und Sport auf.

Dennoch nimmt Bäsecke den Brandbrief ernst und räumt auch Fehler ein: "Die Reduzierung der Übungsleitergelder haben wir nicht mit den Vereinen kommuniziert". Die Stadtverwaltung habe diese Entscheidung schnell treffen müssen, da die Genehmigung des Haushaltes 2017 davon abhängig gewesen sei, bedauert er das Vorgehen.

"Die Vereine möchten früher in die politische Diskussion einbezogen und stärker an den Entscheidungsprozessen beteiligt werden", erkennt der Stadt-Chef als Kern der Kritik des Schreibens an und ist bereit, nach entsprechenden Wegen zu suchen. Der drängenden Forderung der Sport AG nach einer Aussprache will er deshalb schnell nachkommen. "Wir werden versuchen, noch in diesem Monat einen Gesprächstermin zu finden", sichert Bäsecke zu.

"Dann haben wir zumindest ein Ziel erreicht", kommentierte Sport-AG-Vorsitzender Marc Spörl am Freitagabend diese Nachricht. Die klamme Finanzlage der Stadt und die bestehenden Sparzwänge seien auch den Sportvereinen bewusst, sagt Spörl. "Wir sind auch bereit, unseren Teil dazu beizutragen. Aber wenn Sparmaßnahmen erarbeitet werden müssen, die Auswirkungen auf die Arbeit in den Vereinen haben, dann wollen wir auch mit am Tisch sitzen", fordert er und verweist darauf, dass die rund 4500 Mitglieder der Vereine rund 40 Prozent der Schöninger Bevölkerung abbilden.

"Dann haben wir mit unserem Schreiben zumindest ein Ziel erreicht."

der Schöninger Sport AG haben folgende Vereine unterzeichnet: MTV Schöningen, TC Schöningen, TVB Schöningen, FC Schöningen 08, BSV Union Schöningen, SV Esbeck, Hoiersdorfer SV, FSV Schöningen, JSG Schöningen, DLRG Schöningen und der SV Treue Schöningen.

Braunschweiger Zeitung - Helmstedt vom 06.01.2018