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Zwei Leben im Zeichen des Handballs

Vereinshelden im Rampenlicht Auf dieses Duo kann sich die HG Elm verlassen.

Andre Schneider

Schöningen Eines eint sie: Dirk Bertram und Markus Bruns leisten unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Wie viele die beiden am Rande der Handballfelder der HG Elm verbringen, können sie nicht genau sagen. Aber beide verbindet die Liebe zu ihrem Sport. Auch wenn sie selbst nicht Handball spielen, sind sie der HG seit vielen Jahren treu.

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Dirk Bertram

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„Handball“, sagt Dirk Bertrams Mutter Rosemarie, „ist sein Leben, sein A und O. Er plant seinen ganzen Tag nach Trainingseinheiten und Spielen.“ Das Engagement des 56-jährigen Schöningers ist beachtlich. Denn selber spielen, das kann Dirk Bertram nicht. Er leidet an einer geistigen Behinderung. Und doch gehört er seit Jahrzehnten voll und ganz zur Schöninger Handball-Familie. „Das ist eben mein Hobby“, erklärt der Mann, den die meisten nur „Dirki“ nennen.

„Er ist immer in der Halle, wenn irgendetwas mit Handball ist“, berichtet seine Mutter. Aktuell engagiert sich „Dirki“ unter anderem als Betreuer der Damenmannschaft der Spielgemeinschaft, assistiert dort seinem „Chef“ Bastian Schulze. „Ich helfe dabei, die Geräte aufzubauen und hole Bälle wieder“, erzählt er. Beim ersten Herrenteam der HG, aktuell Tabellenführer der Landesliga Braunschweig, ist er stets als Wischer im Einsatz. Wenn die Schiedsrichter ihn heranwinken, ist er längst mit seinem Arbeitsgerät auf dem Weg.

HG-Vorsitzender René Libbe kennt Bertram ebenfalls schon lange: „Schon vor 30 Jahren war er dabei. Er gehört bei uns zum Inventar.“ Vor allem bei Auswärtsfahrten ist er vorbereitet. „Er kennt jeden und jede Halle. Außerdem hat er immer Gutscheine für ein Schnellrestaurant dabei“, fügt Libbe lachend an. Zum Handball gekommen ist Bertram übrigens durch seine Eltern. „Mein Mann und ich haben lange selbst gespielt und ihn schon als Kind immer mit in die Halle genommen“, berichtet seine Mutter. Die Leidenschaft der Eltern färbte folgerichtig auf Dirk Bertram ab.

Markus Bruns

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Während Bertram gelegentlich als Wischer das Handballfeld betritt, bleibt Markus Bruns sitzen. Sein Job: Zeitnehmer – für die erste Mannschaft der HG Elm ebenfalls unverzichtbar. „An diesen Posten bin ich wie die Jungfrau zum Kinde gekommen“, erinnert sich Bruns. Sein Engagement im Sport begann nämlich einst beim TC Schöningen. „Ich habe mit Mitte 20 gern an Vereinsfeiern teilgenommen, mir aber die Frage gestellt, wer das alles auf- und wieder abbaut.“ Bruns engagierte sich fortan im Festausschuss und packte immer häufiger mit an.

„Irgendwann wurde ein Zeitnehmer gesucht“, sagt der heute 47-Jährige. Keine Frage – Markus Bruns sprang ein. „Manchmal fällt es mir aber schwer, ruhig zu bleiben. Ich fiebere schon mit den Mannschaften mit“, gesteht er. „Nervennahrung“ liegt aber stets bereit: Seine Süßigkeitentüte am Zeitnehmertisch sei inzwischen weit über die Sporthallen in Schöningen und Schöppenstedt bekannt, sagt René Libbe. Auch sonst gelte: „Wenn mal Not am Mann ist, muss man ihn nur fragen: Markus ist dabei.“

So hilft Bruns längst nicht nur an den Spieltagen. Seit einigen Jahren packt er auch beim traditionellen Pfingstzeltlager für den HG-Nachwuchs mit an. „Er ist sich dabei für nichts zu schade“, betont Libbe. „Für mich ist dabei einfach wichtig, dass es den Kindern gut geht. Aber natürlich habe ich auch viel Spaß bei meiner Arbeit“, erklärt der hauptberufliche Hausmeister.

Ihre Leidenschaft und ihr Einsatz für die HG Elm machen Dirk Bertram und Markus Bruns für den Verein unbezahlbar – und für uns zu wahren Vereinshelden.

Braunschweiger Zeitung 03.04.2020
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