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Erfolgsgeschichte mit neuen Gesichtern

Die Jazz- und Modern Dance-Formation Imagination krönt ihr Jahr mit EM-Silber im Doppelpack.

Jens Neumann

Schöningen. Erfolg zu haben, das ist die eine Seite. Den Erfolg zu bestätigen, das ist die andere Seite. Oder anders gesagt: Das ist die hohe Kunst des Sports. Und die beherrscht Imagination, die Jazz- und Modern Dance-Formation des TC Schöningen, wie kaum ein anderer im Landkreis Helmstedt.

Dabei hat sich das Gesicht der "Mannschaft des Jahrzehnts" - mit diesem Titel wurde die Formation von Trainerin Heike Langenheim 2011 vom Kreissportbund Helmstedt ausgezeichnet - im Laufe der Jahre gravierend verändert. Lediglich Angela Krohne ist von "damals" übrig geblieben. Die 26-Jährige ist heute nicht nur die Mannschaftsführerin, sondern zugleich auch noch die älteste Tänzerin im aktuellen Aufgebot. Vier Jahre jünger ist Lara Knackstedt, die mit ihren 22 Lenzen schon die zweitälteste Imagination-Tänzerin ist.

"Wir haben immer wieder neue Tänzerinnen dabei", sagt Heike Langenheim. Und den Grund, warum sich so viel verändert hat im Aufgebot, liefert die Erfolgstrainerin auch gleich nach. "Unsere Tänzerinnen sind alle auf dem Gymnasium oder waren dort. Irgendwann machen sie ihr Abitur, und die wenigsten bleiben danach in der Gegend", verdeutlicht Langenheim.

Ihr Glück: Mit ihren Töchtern Jennifer und Josephine sowie Lara Knackstedt studieren drei Tänzerinnen derzeit in Braunschweig - und dürften damit längerfristig zum Kader von Imagination gehören. "Im nächsten Jahr machen wieder vier Tänzerinnen ihr Abitur", zeigt die Trainerin auf, dass die nächsten Umbauarbeiten bevorstehen könnten. "Viele Tänzerinnen haben wir immer nur zwei, drei Jahre. Es ist schon schwer, sich dann da oben immer wieder zu behaupten", betont Heike Langenheim.

Doch wie gesagt: Genau darin besteht nun eben die Kunst ihrer erfolgreichen Trainerarbeit. Heike Langenheim entdeckt in anderen TC-Mannschaften "ungeahnte" Talente und baut sie in die Schöninger Zweitliga-Formation ein. "Es macht Spaß, Leistungen herauszukitzeln", nennt sie einen großen Reiz ihrer Arbeit. Doch auch hier gilt: Ohne Fleiß keinen Preis. Oder wie es auf dem T-Shirt einer WM-Teilnehmerin in Warschau zu lesen war: "Training schlägt Talent". Ein Slogan, den Heike Langenheim bestätigen kann: "Wir haben viele Talente bei uns im Verein, die allerdings nicht den Biss haben, sich bei Imagination durchzusetzen."

Drei- bis viermal pro Woche wird hier trainiert, vor Wettkämpfen noch einmal mehr - wahrlich kein Pappenstiel. Doch anders ist das Niveau, auf dem sich die Schöningerinnen seit mehr als einem Jahrzehnt bewegen, eben auch nicht zu halten. Der Sechste der abgelaufenen Zweitliga-Saison sorgte international schließlich für viele Glanzlichter: Mit zwei Silbermedaillen kehrte Imagination im Oktober von den Europameisterschaften aus St. Petersburg zurück. Und zudem schafften es die Schöningerinnen erneut, sich für die Weltmeisterschaften zu qualifizieren und mischten im Dezember in Warschau im Konzert der ganz Großen mit.

"Da werden Sachen gezeigt, da kommen wir mit unserem Training nicht heran", gibt Heike Langenheim zu. Von Bedingungen, wie sie Tänzer in Südafrika, Finnland, Osteuropa oder Kanada vorfinden, können die deutschen "Kollegen" nur träumen. "Dort wird auf professionellem Niveau gearbeitet. Kanada und Slowenien beispielsweise haben Nationalteams." Nationalteams, mit denen sich Schöningen auf dieser Ebene messen muss.

Die Konkurrenz in Deutschland ist jedoch keineswegs ohne. "Die 1. Bundesliga ist schon gespickt mit Tänzern, die keinen Vereinshintergrund haben. Hier haben sich Tanzschulen den Vereinen angeschlossen - und die haben einen ganz anderen Background. Da werden die Tänzer von Profis und nicht von Übungsleitern trainiert", stellt Heike Langenheim fest, die mit Imagination dennoch gerne in Liga 1 zurückkehren würde.

Die Arbeit dafür hat längst begonnen - am 8. Dezember haben die Schöningerinnen ihre neuen Choreografie in Angriff genommen. Mit "Mother Nature" will Imagination seiner Erfolgsgeschichte das nächste Kapitel hinzufügen. "Wir legen Anfang Januar dann richtig los, haben sechs Wochen Zeit bis zum ersten Saisonturnier", erklärt Heike Langenheim, deren Schützlinge am 23. Februar in Recklinghausen in die Zweitliga-Saison starten. "Die vielen Turniere im Herbst waren schön, aber wir haben nun ein Zeitproblem", meint sie und fügt an: "Dafür merkt man den Tänzerinnen an, dass sie viel routinierter und auch technisch besser geworden sind."

Quelle: Braunschweiger Zeitung 31.12.2018
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