2005 kam eine neue Sparte in den Turnclub
Im Rahmen des 19. Präsentationsabends wurde das Jubiläum der Jazz Modern Contemporary-Abteilung gefeiert
von Nico Jäkel
Schöningen. Jazz Modern Contemporary, kurz JMC und viele Jahre bekannt als „Jazz- und Modern-Dance (JMD)“, ist der Name der Tanzsportabteilung des TC Schöningen, die im Jahr 2005 eine neue Größe des Vereins geworden ist. Heute ist die Abteilung nicht nur etabliert, sondern hat dem Verein zu Bekanntheit in der ganzen Welt verholfen.
Worum geht es dabei eigentlich?
Der Name verrät es schon: Nicht um klassische Gesellschafts- oder Standardtänze, sondern um moderne Jazz-Dance Interpretationen, deren Tänze in aller Regel Ausdruck einer ganz gezielt gewählten Thematik sind und über die Choreografie mit Leben gefüllt werden. Auch wenn das recht abstrakt klingt, ist es im Grunde doch ganz einfach: Es geht um modernen, sportlich geprägten Tanz, ausgeführt in Einzel-, Duo- oder Gruppenformationen. Und beim TC Schöningen war das stets von Erfolgen gekrönt - mal kleinen, mal größeren und solchen, die auf der Weltbühne aufgeführt wurden.
Ein Blick zurück
20 Jahre nach der Gründung feierte die Abteilung ihr Jubiläum im Rahmen des 19. Präsentationsabends im Brunnentheater Helmstedt unter dem Motto „Back to 2005 - oder 20 Jahre JMC beim TC Schöningen“. Der Vorsitzende des Sportvereins, Fred Gronde, erinnert sich: „Damals war der Tanzsportverein Rot-Gold Schöningen an einem Wendepunkt angekommen. Es kam zum Bruch, der Verein teilte sich in zwei Teile. Standardtanz und Co. wechselten zum befreundeten MTV Schöningen, wir konnten - nach viel Überzeugungsarbeit bei den älteren Vorstandsmitgliedern - das Votum zur Aufnahme der JMD-Sparte fassen. Eine richtungsweisende Entscheidung, wie sich schnell bewahrheiten sollte.“
Wie groß nämlich der Einfluss der neuen Abteilung im Verein sein würde, war schon 2006 zu spüren. „Noch zu Rot-Gold-Zeiten zeichnete sich der Schöninger Verein als Ausrichter für die Deutsche Meisterschaft ab. Als die Tänzerinnen dann bei uns waren, war das auch der Fall.
2006 richteten wir, mit einem unglaublichen Organisationsaufwand die Deutsche Meisterschaft in einer praktisch ausverkauften Volkswagenhalle in Braunschweig aus. 2008 direkt nochmal. Damit haben wir nicht nur unseren Namen auf nationaler Ebene präsentiert, sondern auch dem Sport allgemein eine riesige Bühne gegeben“, erinnert sich Gronde.
Dem pflichtet Michaela Schulze, Abteilungsleiterin der JMC-Sparte, bei. „Zwei Jahrzehnte voller Leidenschaft, Kreativität und Zusammenhalt“, beschreibt sie das, was inzwischen in der Vergangenheit liegt.
Schnappi, das kleine Krokodil... das ist sicher dem ein oder anderen aus vergangenen Zeiten in Erinnerung geblieben. Auch der JMC-Abteilung des TC Schöningen, die den Ohrwurm zur JubiläumsPräsentation auf die Bühne holte. Fotos: privat
Eine Präsentation, die alle mitnimmt
Im Gespräch erinnern beide natürlich an die Formationen der ersten Stunde, die zwar heute nicht mehr im TC aktiv sind, aber beim Galaabend auf gewisse Weise dennoch präsent waren. Tänzerinnen der damaligen TC-Erfolgsformation „Imagination“ waren nicht nur unter den Gästen, sondern standen auch auf der Bühne: Sabrina Ohnesorge, die heute in die Trainerrolle geschlüpft ist, und Alexander Dölecke, einer der beiden einzigen männlichen Mitglieder, die der Abteilung angehört haben, übernahmen die Moderation.
Im Fokus standen aber natürlich die Auftritte der einzelnen Formationen. Für sie waren die Gäste ins ausverkaufte Brunnentheater gekommen. „Bisou“, „Conviction“, „Scribbles“, „Little Bubbles“, „Jeunesse“, „Little Dancers“, „Monumentos“, „United“, „Los Ninos“ und „Scope“ führten neben Einzel- und Duo-Formationen ihre Tänze auf. „Wir haben die Art der Veranstaltung ein bisschen umstrukturiert“, sagt Michaela Schulze. „Heute steht kein Team im Vordergrund, sondern alle haben etwa den gleichen Anteil an der Show. In der ersten Hälfte gibt es die aktuellen Turniertänze, in der zweiten Hälfte folgen wir dem Motto - in diesem Jahr dem Blick zurück in die 2000er Jahre.“
Garniert wurden diese Vorführung, die von tosendem Beifall begleitet wurde, durch Showacts vom Schalmeien-Orchester Barneberg und dem Männerballett des Harbker Carneval Vereins.
Kraft der Beständigkeit
„Was ich ganz besonders an der Tanzsportabteilung finde, ist, dass wir eine sehr spannende Form der Beständigkeit haben.
Wir haben zehn Formationen, fünf davon im aktuellen Turniersport, die anderen fünf im Breitensport. Und diese Balance halten wir, wie auch die Mitgliederzahl von rund 200 Tänzerinnen, seit Anbeginn etwa konstant.
Das Erstaunliche daran ist: Von den Tänzerinnen der ersten Stunde sind noch einige im Turniersport aktiv. Und dennoch sorgt der stete Strom an neuen Mitgliedern dafür, dass wir in unserer gewohnten Weise mit tollem Sport begeistern können“, schließt Gronde.
Helmstedter Sonntag, 30.11.2025
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