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Nach EM-Abenteuer herrscht Stolz bei „Monumentos“

2022 Skopje MonumentosDie Vorfreude war verständlicherweise riesig: Schon vor dem Abflug fieberten die Tänzerinnen von Monumentos ihrem Auftritt bei der EM in Skopje entgegen.
Foto: Privat / TC Schöningen


Schöningen.  Die Tänzerinnen der Schöninger Formation „Monumentos“ traten bei der EM der International Dance Organization im nordmazedonischen Skopje an.

Endlich wurde ihr Traum wahr! Die Tänzerinnen der Schöninger Jugendformation „Monumentos“ trat erstmals überhaupt bei den Europameisterschaften der International Dance Organization (IDO) im nordmazedonischen Skopje an. Es sollte eine Reise werden, die weder die Tänzerinnen noch ihre Trainerinnen Mandy Illing und Sabrina Ohnesorge jemals vergessen werden ...

Erst Anfang September waren die jungen Schöningerinnen bei der Sportlerehrung des Kreissportbundes Helmstedt als „Jugendteam des Jahres“ ausgezeichnet worden. Dankbar und stolz hatten sie im Helmstedter Juleum den Pokal entgegengenommen. Mit diesem Stolz im Gepäck begaben sich die insgesamt 36 Mädchen, Eltern und Trainerinnen sowie Michaela Schulze, Leiterin der Tanzsportabteilung im TC Schöningen, nun kurz vor Mitternacht auf den Weg nach Skopje.

Bus, Flugzeug, Bus – in rund 12 Stunden zum Zielort Skopje

In vier Vereinsbussen ging es zunächst zum Hamburger Flughafen. „Es ist eine ziemliche Herausforderung, so viele Menschen im Blick zu halten, zumal es für fast alle die allererste Teilnahme an einem internationalen Turnier war“, erzählte Mandy Illing. Immerhin stachen die Tänzerinnen in ihren neuen, leuchtend roten Trainingsjacken heraus – so sehr, „dass wir mehrfach angesprochen und gefragt wurden, welchen Sport wir denn machen“, berichtete Tänzerin Nerea Hinz.

Nach einem Zwischenstopp in Wien ging es weiter nach Nordmazedonien. Der Flieger landete gegen 11.30 Uhr in Skopje. Vom Flughafen wurde die Delegation in Shuttle-Bussen ins „Hotel Arka“ gebracht. Anschließend blieb noch Zeit, um die Stadt etwas kennenzulernen, ehe sich alle am Abend noch einmal auf der Dachterrasse, die einen atemberaubenden Blick über Skopje bot, trafen. Hier gaben die beiden Trainerinnen letzte Instruktionen für den nächsten Tag.

Dieser begann mit einem gemeinsamen Frühstück, dann stand das Styling für den bislang wichtigsten Monumentos-Auftritt an. In einer Ecke des Konferenzraums des Hotels richtete sich Nadine Cieslik ein. „Ich begleite meine Tochter Chiara und ihre Gruppe seit dem ersten Tag, sowohl hinter den Kulissen als Frisurenmeisterin als auch von den Rängen aus. Sie aber für eine EM zu stylen, ist auch für mich etwas ganz Besonderes“, räumte Cieslik ein.

Gegen 14 Uhr brach die Gruppe auf zur Jane Sandanksi Arena, die erst zwei Tage zuvor als Ausweichlocation ausgewählt wurde, nachdem die Folgen eines Unwetters die Austragung im National Opera Ballett unmöglich gemacht hatten. „Wir hatten bei unserer Buchung darauf geachtet, kurze Fußstrecken zum Veranstaltungsort zu haben“, sagte Illing. Wegen der Verlegung wären es 45 Minuten Fußweg gewesen. Also „mussten wir ungeplante Mehrkosten für weitere Shuttlebusse auf uns nehmen, denn die Mädchen am Wettkampftag durch die Mittagssonne laufen zu lassen, war keine Option“, fügte Ohnesorge hinzu.

Kurz nach 18 Uhr eröffnete die Turnierleitung dann die erste Kategorie, „Formation Modern Contemporary Juniors“, mit insgesamt 24 Startern. Neben den Schöningerinnen waren beispielsweise Teams aus Schweden, Slowenien, der Slowakei, der Türkei und mit „Neo“ von der TG Bobstadt der amtierende deutsche Meister mit dabei.

Ein „nahezu perfekter Auftritt“ vor magischer Kulisse

Als 13. Formation durfte Monumentos endlich erstmals die internationale Bühne betreten. „Die Mädchen wuchsen wieder einmal über sich hinaus und absolvierten einen für uns nahezu perfekten Durchgang“, berichtete das Trainer-Duo merklich gerührt. Auch die Kulisse trug zum überwältigenden Gesamteindruck bei. „Es ist magisch, von der Fläche aus die vielen deutschen Fahnen wehen zu sehen“, sagten Illing und Ohnesorge.

Nachdem sich alle 24 Formationen präsentiert hatten, wurden die zwölf Halbfinalisten bekanntgegeben. Für die Schöningerinnen reichte es dieses Mal zwar nicht – sie landeten letztlich auf dem 17. Platz. Enttäuscht waren sie dennoch nur bedingt, denn „als nachnominiertes Team überhaupt dabei sein zu dürfen, war schon phänomenal“, betonte Tänzerin Johanna Hartmann. Und Teamkollegin Madlen Traurig ergänzte: „Dann nicht als Letztplatzierter aus diesem sehr starken Teilnehmerfeld rauszugehen, ist traumhaft.“ So endete auch dieser Tag mit vielen glücklichen Gesichtern und ganz viel Stolz bei der Schöninger Delegation, die an den folgenden Tagen noch gemeinsam die Stadt erkundete und die weiteren deutschen Teams in den übrigen Kategorien anfeuerte.

Ganz am Ende wurde das unvergessliche Abenteuer in Skopje dann aber doch noch getrübt, als der Rückflug der Gruppe gecancelt wurde. Nach Stunden der vergeblichen Suche nach Alternativen ergab sich erst am späten Samstagabend eine letzte Möglichkeit: Für knapp 14.000 Euro mietete die Reisegruppe vier Minivans an, in denen es die Nacht hindurch quer durch Nordmazedonien, über Serbien, Ungarn und Österreich zurück nach Deutschland ging. Erst Sonntagnacht kam der Tross wieder in Helmstedt an.

Nach der unerwartete Odyssee erklärten die Trainerinnen: „Wir sind unglaublich stolz und dankbar dafür, was die Eltern auf sich genommen haben, um diese Mammut-Reise zu überstehen, aber auch dafür, dass unser überaus loyaler und rückendeckender Verein all das erst möglich gemacht hat.“
r.

Braunschweiger Zeitung - Helmstedter nachrichten - vom 23.09.2022

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