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Die HG will zum HSV-Stolperstein werden

Handball-Verbandsliga Elm-Trainer Reckel sieht vor dem Derby den größeren Druck bei den Warbergern.

Von Jörg Kleinert
Süpplingen Ein Handball-Derby an einem Mittwochabend? „Das ist für mich etwas komplett Neues“, sagt Niklas Wosnitza, Trainer des Handball-Verbandsligisten HSV Warberg/Lelm. Wosnitzas Team, heißer Anwärter auf den Oberliga-Aufstieg, empfängt von 19.30 Uhr an in der Süpplinger Nord-Elm-Halle die HG Elm. Es ist der zweite Versuch, das Elm-Derby über die Bühne zu bringen. Der erste Versuch vor drei Wochen scheiterte – Corona hatte beiden Teams einen Strich durch die Rechnung gemacht.

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Jonas Gronde (Mitte) und der HSV müssen sich gegen die HG Elm, hier mit Christopher Fock (links) und „Valli“ Tirna, auf erheblichen Widerstand einstellen. Michael Uhmeyer regios24

Kurios: Das Mittwoch-Derby ist bereits das Rückspiel. Und es findet statt, bevor es zu einer sportlichen Wertung des Hinspiels kommt. Das nämlich hatte die HG Elm im vergangenen Oktober mit 26:25 gewonnen. Ein Zählfehler der Unparteiischen – Warberg war ein Tor zu wenig, der HG ein Treffer zu viel angeschrieben worden – sorgte für einen Protest des HSV und nach einem Verbandsentscheid für die Neuansetzung. Und die steigt erst im Mai.

Die sportlichen Vorzeichen sind klar: Der HSV besitzt eine exzellente Ausgangsposition für den Oberliga-Aufstieg, bestreitet fünf der nächsten sechs Spiele in eigener Halle. Das Wosnitza-Team hält also alle Karten in den eigenen Händen. Siegen die Warberger in den kommenden Wochen regelmäßig, bleiben sie nach Spitzenreiter SV Alfeld zweiter Top-Kandidat für den Sprung in Liga 4. Die beiden Erstplatzierten steigen am Ende auf.

Ganz anders stellt sich die Situation bei der HG Elm dar: Nach formidablem Saisonstart (9:3 Punkte) sackte die Mannschaft ab, schaffte erst Ende März mit Siegen gegen Schlusslicht HSG Nienburg II (28:27) und gegen die TSG Emmerthal (37:32) die Trendwende. Erfolge, die bei HG-Trainer Daniel Reckel den Glauben an den Ligaerhalt stärken. „Der Druck liegt bei den Warbergern. Deren Konkurrenz im Aufstiegsrennen patzt und öffnet ihnen quasi die Tür zur Oberliga. Warberg hat schon einen Fuß in der Tür, muss nun nur noch eintreten.“

Ob der HSV diesem Druck standhält? Reckel hegt leise Zweifel: „Ich glaube, es wird ein sehr enges Spiel. Warberg betrachtet uns sicherlich als möglichen Stolperstein.“ Der Favorit sei der HSV dennoch. „Die Warberger haben mit Felix Schmidt und Erik Gronde zwar zwei heftige Ausfälle, aber deren Kaderbreite ist ein echter Joker.“

Auf einen breiten Kader kann indes auch Reckel wieder bauen. „Bei uns sind alle fit und heiß aufs Spiel“, sagt der Elm-Trainer. Auch Rückraum-Ass Jannic Steinke, der zuletzt verletzungsbedingt passen musste, kann in Spiel 1 nach seinem angekündigten Wechsel zu Oberligist MTV Vorsfelde auflaufen.

Und die Warberger? Überwiegt bei ihnen Anspannung, Vorfreude oder Respekt? „Bei uns herrscht Vorfreude“, sagt Wosnitza, „und wir sind gut drauf zurzeit.“ Im Training sei Zug drin, das Ziel Oberliga schärfe die Sinne. Dennoch lassen die Warberger Lockerheit erkennen. Eine teamfördernde Maßnahme stand auf dem „Trainingsplan“, erzählt der HSV-Trainer. An Karfreitag habe er seine Jungs zunächst zur Trainingseinheit gebeten, ehe sich die Mannschaft im Anschluss auf eine Kutschfahrt durch dem Elm begeben habe. „Solche Aktionen sind wichtig“, betont Wosnitza. „Die stärken den Zusammenhalt.“ Und der wird wichtig sein, denn im Aufstiegsrennen liegen bis Anfang Juni zehn Spiele, fünf davon an Wochentagen, vor dem HSV.

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